Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie
Die tiefenpsychologische Psychotherapie geht davon aus, dass in der frühen Kindheit gewonnene emotionale Erfahrungen und beispielsweise erlittene Enttäuschungen in hohem Maße die Persönlichkeit jedes Menschen prägen. Dabei betrachtet die tiefenpsychologische Psychotherapie die aktuellen Probleme und Störungen eines Menschen als Ausdruck von Konflikten und Traumatisierungen, die in der Kindheit erlebt und nur unzureichend verarbeitet wurden. In der Gegenwart bewusst erlebbar sind meist nur die Auswirkungen der unbewußten Konflikte aus der Kindheit. Im Falle einer gelungenen zufriedenstellenden Lebensführung werden sie daher kaum hinterfragt. Sie sind jedoch häufig die Ursachen für Beschwerden, wie z.B. Ängste, depressive Verstimmungen, Selbstzweifel, ständige Misserfolge, Unzufriedenheit und Ziellosigkeit, aber auch oft Ursache von körperlichen Symptomen.
In der tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie geht es darum durch die Rekonstruktion der persönlichen Biographie die grundlegenden Erfahrungen wie z.B. Enttäuschungen bewusst, d.h. erinnerbar, nacherlebbar und fühlbar zu machen. Das eröffnet Möglichkeiten zur Korrektur von Sichtweisen, zum Abschiednehmen von unerfüllbaren Hoffnungen.
Der therapeutische Prozess begrenzt sich aber nicht auf das Sprechen über die Biographie und die theoretische Herleitung der Beziehung zwischen Kindheitserfahrungen und aktueller Situation. Erfolge und Schwierigkeiten, positive und unangenehme Gefühle, die im Alltagsleben auftreten, werden sich auch in der Beziehung zu dem Therapeuten zeigen. Hier liegt die Chance, sich und andere vor dem Hintergrund der Erarbeitung der Lebensgeschichte besser zu verstehen, neue Strategien zu erproben, bisher unbekannte Erfahrungen zu machen, Symptome aufzugeben und somit auch die tiefengreifende Veränderungen der Persönlichkeit zu erreichen.